AVI Volendam digitalisiert die Fertigung
Bei der Algemene Verpakkings Industrie, AVI Volendam, wird seit mehr als 60 Jahren Verpackungsmaterial hergestellt – für Lebensmittel, aber zum Beispiel auch für Zeitschriften und Möbel. Das Grundmaterial ist Kunststoff, der zu Beuteln, Bögen und Folien verarbeitet wird, bedruckt oder unbedruckt.
Kunststoffverpackungen – geht das noch? Geschäftsführer Patrick Roskam reagiert begeistert auf die Frage. „Nachhaltigkeit ist bei AVI Volendam gerade ein wichtiges Thema. Verpackungen schützen die Produkte unserer Kunden, und gemeinsam mit ihnen versuchen wir zum Beispiel, den Kunststoffverbrauch durch dünnere Verpackungen zu senken. Außerdem achten wir auf besser recycelbare Materialien und auf unseren eigenen Abfallstrom.“
Roskam erzählt, dass Kunststoffverpackungen fast immer kundenspezifisch sind. Unter den 1.500 Endprodukten gibt es sowohl Einmal- als auch Wiederholprodukte. Während die Produkte meist nicht auf Lager gehalten werden, sind die Grundmaterialien so generisch, dass sie in Silos gelagert werden. Die Produktion erfolgt in drei Abteilungen. Zuerst die Extrusion, in der das Kunststoffgranulat zu Folienprodukten verarbeitet wird. Diese Halbfabrikate können bei Bedarf bedruckt werden, und schließlich folgt die Weiterverarbeitung, in der die Endprodukte zu Beuteln und Tragetaschen geschnitten und versiegelt oder auf Hülsen gewickelt werden. Zusammen verfügen die drei Abteilungen über 30 Arbeitsplätze und rund 40 Mitarbeiter.
Um alle Mitarbeiter und Prozesse richtig zu steuern, nutzt AVI Volendam Exact für Produktion in Kombination mit der Smart Production Suite des Partners Smart Production Solutions. AVI Volendam hat eine lange Geschichte mit Exact: Gearbeitet wurde mit Exact für DOS, heute mit Exact Online. Manche Mitarbeiter erinnern sich noch mühelos an die Tastenkombinationen von DOS! Trotzdem werden die Vorteile der heutigen Lösung anerkannt. Roskam: „25 Jahre lang haben wir unsere Produktion in Excel und mit Plastikbehältern geplant. Jetzt ist die Planung vollständig automatisiert.“ Während Exact für Produktion vor allem von Vertrieb, Arbeitsvorbereitung und Buchhaltung genutzt wird, wird die Fertigung mit Smart Production Solutions gesteuert. Die Arbeitsaufträge erscheinen auf Tablets, auf denen auch die Bearbeitungszeiten erfasst werden. So wird auf eine papierlose Fertigung hingearbeitet.
Verlief der Übergang zu einer stärker automatisierten Fabrik schmerzlos? Laut Roskam gab es Anlaufprobleme mit der Massenbilanz. Früher wurde auf Papier festgehalten, wie viele Kilogramm Kunststoffgranulat verbraucht und wie viele Kilogramm Produkt fertiggemeldet wurden. Die Unterschiede ließen sich durch verschiedene Arten von Schnittverlusten erklären. Das sauber in Exact Online abzubilden, hat einiges Kopfzerbrechen gekostet, aber inzwischen ist es wieder im Griff.
Automatisierung ist nie fertig. Der nächste Verbesserungsschritt ist die Erfassung von Maschinenstörungen und Qualitätsmerkmalen wie Foliendicke und Ausschuss in Exact. Die Standards BRC Packaging (der weltweite Standard für Verpackungsmaterial) und ISO 9001:2015 werden regelmäßig aktualisiert. So wurde nach Einführung von Version 6 des BRC auch die ‚Freigabe der Produktionslinie‘ in SPS umgesetzt. Viele Produkte werden in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, daher ist auch Lebensmittelsicherheit ein Anliegen von AVI Volendam.
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